Treppenlift einbauen: Kosten, Ablauf und Smart Home
Was kostet es, einen Treppenlift einzubauen? Wie verbinden Sie ihn mit Licht, Sensoren und Hausnotruf? Und geht das auch im Mehrfamilienhaus? Der verständliche Ratgeber.
Sie möchten einen Treppenlift einbauen lassen und fragen sich, was das kostet und wie es abläuft? Die gute Nachricht: Die Montage selbst dauert meist nur wenige Stunden. In diesem Ratgeber erklären wir die Treppenlift Kosten, die Voraussetzungen und den Zuschuss. Außerdem zeigen wir, wie Sie den Lift sinnvoll mit Licht, Sensoren und Hausnotruf verbinden. Und wir beantworten zwei Fragen, die oft offen bleiben: Lassen sich auch ältere Lifte nachrüsten? Und geht der Einbau auch im Mehrfamilienhaus?
Auf einen Blick
- Kosten mit Einbau: Ein Sitzlift für eine gerade Treppe kostet meist 5.000 bis 10.000 Euro, für eine kurvige Treppe 10.000 bis 17.000 Euro.
- Dauer: Die Montage dauert bei einer geraden Treppe etwa 2 bis 4 Stunden, bei einer kurvigen etwa 5 bis 10 Stunden.
- Zuschuss: Die Pflegekasse zahlt ab Pflegegrad 1 bis zu 4.180 Euro. Stellen Sie den Antrag vor dem Einbau.
- Smart Home: Einige Hersteller bieten vernetzte Lifte mit App, Störmeldung und Sprachsteuerung an. Licht, Türkontakte und Sensoren passen zu jedem Lift.
- Störung: Tragen Sie auch auf dem Lift den Hausnotruf-Knopf. Das ist die einfachste und sicherste Absicherung.
- Mehrfamilienhaus: Der Einbau ist auch bei 10 Wohnungen möglich. Entscheidend sind die Breite der Treppe und der Fluchtweg.
Inhalt
- Wie funktioniert ein Treppenlift?
- Treppenlift einbauen: Voraussetzungen
- Treppenlift einbauen lassen: der Ablauf
- Treppenlift Kosten: Womit Sie rechnen müssen
- Treppenlift Smart Home: Wie passt das zusammen?
- Treppenlift Notruf: Hausnotruf-Kopplung bei einer Störung
- Treppenlift nachrüsten: Geht das auch bei älteren Liften?
- Treppenlift Mehrfamilienhaus: Einbau auch bei 10 Wohnungen?
- Häufige Fragen: Treppenlift einbauen
- Fazit: Treppenlift einbauen und klug ergänzen
Wie funktioniert ein Treppenlift?
Ein Treppenlift fährt auf einer Schiene, die an der Treppe befestigt ist. Sie setzen sich auf den Sitz, schnallen sich an und halten einen Hebel oder Knopf an der Armlehne gedrückt. Lassen Sie los, hält der Lift an. Oben und unten klappen Sie Sitz, Armlehnen und Fußstütze ein, damit die Treppe frei bleibt.
Den Strom liefert eine normale 230-Volt-Steckdose. Viele Lifte fahren mit einem Akku, der an den Endstationen nachgeladen wird. So bleibt er auch bei einem Stromausfall meist betriebsbereit.
Es gibt mehrere Bauarten:
- Sitzlift: die häufigste Form für Menschen, die noch sicher sitzen und umsteigen können.
- Stehlift: für Menschen, denen das Beugen der Knie schwerfällt. Er braucht wenig Platz.
- Plattformlift: für den Rollstuhl. Er braucht deutlich mehr Breite.
Treppenlift einbauen: Voraussetzungen
Bevor Sie einen Treppenlift einbauen, prüft eine Fachfirma die Treppe vor Ort. Diese Treppenlift Einbau Voraussetzungen sind am wichtigsten:
- Breite der Treppe: Als Richtwert nennen Ratgeber mindestens 70 Zentimeter für einen Sitzlift, 60 Zentimeter für einen Stehlift und 100 Zentimeter für einen Plattformlift. Auch beim Treppenlift für ein enges Treppenhaus gibt es also oft eine Lösung.
- Befestigung: Meist wird die Schiene auf die Stufen geschraubt. Das ist einfach und günstig. Bei empfindlichen Treppen, etwa aus Marmor, kommen Wandmontage oder eine Klemmbefestigung infrage.
- Strom: Am Lift muss eine Steckdose erreichbar sein.
- Tragfähigkeit: Stufen oder Wand müssen das Gewicht von Lift und Fahrgast sicher tragen.
- Erlaubnis: Im eigenen Einfamilienhaus entscheiden Sie selbst. In einer Mietwohnung oder Eigentümergemeinschaft brauchen Sie eine Zustimmung. Mehr dazu lesen Sie weiter unten.
Treppenlift einbauen lassen: der Ablauf

- Beratung und Aufmaß: Holen Sie mindestens zwei oder drei Angebote ein. Die Fachfirma misst die Treppe aus und erklärt die Möglichkeiten.
- Zuschuss beantragen: Reichen Sie das Angebot bei der Pflegekasse ein. Warten Sie am besten die schriftliche Zusage ab.
- Montage: Techniker befestigen Schiene und Lift und schließen ihn an.
- Einweisung und Prüfung: Fahren Sie mehrmals selbst. Lassen Sie sich die Prüfbescheinigungen geben.
Tipp: Bitten Sie um einen Pauschalpreis. Die Stiftung Warentest rät außerdem, schriftlich zu vereinbaren, dass Sie erst nach dem kompletten Einbau zahlen.
Treppenlift Einbau Dauer: Wie lange dauert es?
Die Montage dauert meist 2 bis 4 Stunden bei einer geraden Treppe und etwa 5 bis 10 Stunden bei einer kurvigen. In der Regel ist der Aufbau nach einem Tag fertig. Länger dauert oft die Zeit davor: Die Schiene für eine kurvige Treppe wird genau für Ihr Haus angefertigt. Fragen Sie deshalb schon im Angebot nach der Lieferzeit.
Treppenlift selbst einbauen?
Davon raten wir ab. Der Lift trägt einen Menschen und hat wichtige Sicherheitsfunktionen. Lassen Sie ihn von einer Fachfirma einbauen. Nur dann haben Sie klare Ansprechpartner für Prüfung, Wartung und Gewährleistung.
Treppenlift Kosten: Womit Sie rechnen müssen
Die Treppenlift Kosten hängen vor allem von der Form der Treppe und der Bauart ab. Diese Durchschnittswerte für eine Etage nennt das Portal Aroundhome (Stand März 2026). Die Treppenlift Kosten mit Einbau sind darin meist schon enthalten:
- Sitzlift, gerade Treppe: 5.000 bis 10.000 Euro
- Sitzlift, kurvige Treppe: 10.000 bis 17.000 Euro
- Plattformlift, gerade Treppe: 10.000 bis 18.000 Euro
- Plattformlift, kurvige Treppe: 18.000 bis 25.000 Euro
- Über zwei Etagen: etwa 15.000 bis 22.000 Euro
- Über mehrere Etagen, je nach Modell: bis zu 40.000 Euro
Die Montage macht davon etwa 10 Prozent aus. Das sind nur Richtwerte. Den genauen Preis nennt Ihnen erst ein Angebot für Ihre Treppe.
Treppenlift Wartung Kosten und Mieten
Rechnen Sie für die Wartung mit etwa 200 bis 300 Euro im Jahr. Fragen Sie vor dem Kauf nach einem Wartungsvertrag. Klären Sie auch, ob der Kundendienst am Wochenende erreichbar ist.
Brauchen Sie den Lift nur für kurze Zeit, kann Mieten eine Lösung sein. Aroundhome nennt dafür etwa 300 Euro im Monat und insgesamt 6.000 bis 10.000 Euro für ein Jahr. Lassen Sie sich immer die Gesamtsumme nennen.
Treppenlift Zuschuss und Steuer
- Pflegekasse: Ab Pflegegrad 1 gibt es bis zu 4.180 Euro Zuschuss für die Wohnungsanpassung. Die Krankenkasse ist dafür in der Regel nicht zuständig. Stellen Sie den Antrag vor dem Einbau.
- KfW: Der Investitionszuschuss 455-B ist seit dem 31. Juli 2026 gestoppt, weil die Mittel aufgebraucht sind. Der Kredit „Altersgerecht Umbauen“ bleibt laut Bundesgesundheitsministerium eine Möglichkeit.
- Steuer: Ist der Treppenlift steuerlich absetzbar? Ja, wenn er medizinisch nötig ist. Er zählt dann als außergewöhnliche Belastung. Nach einem Urteil des Bundesfinanzhofs (VI R 14/11) reicht als Nachweis ein ärztliches Attest. Holen Sie es am besten vor dem Kauf. Absetzen können Sie nur, was nach dem Zuschuss übrig bleibt und Ihre zumutbare Belastung übersteigt.
Die Smart-Home-Technik müssen Sie in der Regel selbst zahlen. Die Pflegekasse übernimmt sie nur im Einzelfall.
Treppenlift Smart Home: Wie passt das zusammen?
Treppenlift Smart Home ist längst Wirklichkeit: Einige Hersteller bieten vernetzte Lifte an, etwa mit App, Störmeldung oder Sprachsteuerung. Einen einheitlichen Standard gibt es bisher nicht, die Hersteller nutzen meist eigene Systeme. Und auch ohne vernetzten Lift können Sie viel erreichen: Licht, Sensoren und Türkontakte lassen sich rund um jeden Lift ergänzen.
Die wichtigste Regel: Smart-Home-Technik darf nie Sicherheitsfunktionen wie den Halt bei Hindernissen überbrücken. Eine Verbindung zur Lift-Steuerung richtet daher nur der Hersteller oder die Fachfirma ein. Alle anderen Helfer arbeiten neben dem Lift: Sie machen Licht, beobachten und melden.

Lampen entlang der Treppe
Das ist der größte Gewinn für wenig Geld. Bewegungsmelder oben und unten schalten das Licht ein, sobald sich jemand der Treppe nähert. So sehen Sie die Stufen, wenn Sie den Lift nicht nutzen oder zu ihm gehen.
- Licht an den Stufen: Schmale LED-Streifen an den Stufenkanten machen jede Stufe gut sichtbar.
- Dämmerungssensor: Das Licht geht nur an, wenn es dunkel ist. Nach einer eingestellten Zeit geht es wieder aus.
- Nicht zu kurz einstellen: Eine Fahrt dauert länger als der Weg zu Fuß. Stellen Sie die Zeit so ein, dass es während der ganzen Fahrt hell bleibt, und prüfen Sie es mit einem Testlauf.
- Normale Schalter behalten: Oben und unten sollte das Licht auch von Hand schaltbar sein.
Mehr Ideen für einfache Helfer finden Sie in unserem Ratgeber Smart Home für Senioren.
Türen und Türkontakte
Ein kleiner Türkontakt meldet, ob eine Tür offen oder geschlossen ist. Daraus lassen sich nützliche Regeln bauen:
- Tür am oberen Treppenabsatz: Steht sie offen, geht eine Warnlampe an oder Ihr Sprachassistent sagt Bescheid.
- Haustür in der Nacht: Öffnet sie sich, bekommen Angehörige eine Nachricht. Das kann bei Demenz hilfreich sein. Besprechen Sie das aber vorher offen mit Ihrem Angehörigen.
- Kellertür: Geht sie auf, wird die Treppe sofort beleuchtet.
Wichtig: Der Türkontakt warnt nur. Er stoppt den Lift nicht. Falls eine Tür den Fahrweg kreuzt, muss die Fachfirma das bei der Planung lösen.
Sensoren und Meldungen
- Bewegungsmelder: Sie schalten nicht nur das Licht. Sie zeigen auch, ob im Haus morgens Bewegung ist, wenn Sie das möchten.
- Messsteckdose am Ladegerät: Sie misst, ob Strom fließt. Fließt lange keiner oder ist die Dose nicht mehr erreichbar, kann die App eine Nachricht schicken. Bei einem Stromausfall fällt aber oft auch das WLAN aus. Wichtig: Die Dose muss immer eingeschaltet bleiben. Sonst lädt der Akku nicht mehr. Testen Sie vorher, ob sich bei Ihrem Modell etwas Verwertbares messen lässt, und fragen Sie die Fachfirma.
- Rauchmelder: Vernetzte Rauchmelder warnen das ganze Haus. Das ist auf dem Weg nach oben oder unten besonders wichtig.
Welche Technik ist erforderlich?
Für den Start brauchen Sie erstaunlich wenig:
- Ohne Vernetzung: Lampen mit eingebautem Bewegungsmelder. Sie brauchen weder Internet noch App.
- Mit Vernetzung: eine Zentrale (Hub) am Router, passende Funk-Sensoren und Lampen sowie eine App für den Angehörigen, der alles einrichtet. Bleiben Sie möglichst bei einem System.
- Ab Werk vernetzt: Manche neuen Lifte sind per WLAN oder Mobilfunk mit dem Hersteller oder Wartungsdienst verbunden. Sie melden Fehlercodes an eine App. Techniker können Daten aus der Ferne auslesen. Das geht je nach Modell, oft gegen Aufpreis. Ein Ratgeber nennt grob 500 bis 1.500 Euro. Fragen Sie im Angebot genau nach.
Smarter Treppenlift: Was vernetzte Modelle heute können
Einige Hersteller bieten vernetzte Treppenlifte und Homelifte mit WLAN-Modul und eigener App an. Ein Beispiel ist MAX HOME von TK Elevator für den Treppenlift S200: Über die App sehen Nutzer und Angehörige Meldungen und den Zustand des Lifts. Je nach Hersteller und Modell gibt es diese Optionen:
- Status und Wartung: Die App zeigt den Zustand des Lifts und gibt Wartungshinweise. Ein smarter Lift kann Wartungsbedarf selbst erkennen, weil er Werte wie Akku und Motor überwacht.
- Sicherheit und Notruf: Bei einer Störung sendet der Lift automatisch eine Nachricht an eine zentrale Steuereinheit, den Kundendienst oder Angehörige.
- Sprachsteuerung: Ausgewählte Modelle lassen sich über Sprachassistenten wie Amazon Alexa oder Google Assistant steuern, zum Beispiel um den Lift herbeizurufen.
- Automationen und Szenen: Ist der Lift kompatibel, lässt er sich mit anderen Smart-Home-Geräten verknüpfen. Beim Losfahren geht dann zum Beispiel automatisch das Treppenlicht an.
- Kindersicherung: Neben dem bewährten Schlüsselschalter bieten einige Apps auch eine Kindersicherung.
Tipp: Nicht jedes Modell kann alles. Fragen Sie vor dem Kauf: Welche dieser Optionen hat genau dieses Modell? Mit welchem Smart-Home-System arbeitet es zusammen? Und was passiert, wenn der Lift per Sprachbefehl losfährt, während jemand auf der Treppe steht? Lassen Sie sich das vorführen und schriftlich bestätigen.
Treppenlift mit KI: Was in Zukunft möglich sein könnte
Das Folgende ist ein Blick nach vorn, kein heutiges Kaufargument. Künstliche Intelligenz könnte einen Treppenlift künftig noch persönlicher machen:
- Fahrt anpassen: Der Lift könnte das Bewegungsverhalten des Nutzers lernen und die Fahrt darauf abstimmen.
- Sitzposition merken: Er könnte sich automatisch auf die bevorzugte Sitzposition einstellen.
- Klug parken: Er könnte in der Ruhezeit auf der Etage warten, auf der er meist gebraucht wird.
Modelle, die das schon können, haben wir bei unserer Recherche nicht gefunden. Auch künftig gilt: Sicherheitsfunktionen haben immer Vorrang. Und im Mehrfamilienhaus darf der Lift den Fluchtweg auch dann nicht versperren, wenn er selbst parkt.
Treppenlift Notruf: Hausnotruf-Kopplung bei einer Störung
Was passiert, wenn der Lift mitten auf der Treppe stehen bleibt? Diese Frage sollten Sie vor dem Einbau klären. Bei einer Treppenlift Störung gibt es drei Wege, Hilfe zu holen.

Weg 1: Hausnotruf-Knopf am Handgelenk
Das ist die einfachste Lösung und funktioniert mit jedem Lift. Tragen Sie den Knopf Ihres Hausnotrufs auch beim Fahren. Mit einem Druck sprechen Sie mit der Zentrale. Prüfen Sie aber einmal im Probelauf, ob die Sprechverbindung von der Treppe aus funktioniert. Die Pflegekasse zahlt mit Pflegegrad bis zu 27 Euro im Monat für den Hausnotruf.
Weg 2: Notruf direkt im Lift
Einige Lifte haben einen Notruf in der Armlehne. Ein Beispiel ist die Kombination aus HIRO Lift und DRK-Hausnotruf: Auf Wunsch verbindet ein Tastendruck direkt mit der Zentrale. Das gilt nicht überall. Fragen Sie nach dem Angebot in Ihrer Region. Fragen Sie auch, ob der Notruf bei Stromausfall weiter funktioniert.
Weg 3: Automatische Meldung
Manche vernetzten Lifte melden eine Störung selbst an Kundendienst oder App. Zusätzlich lassen sich an viele Hausnotrufgeräte weitere Melder anschließen, etwa für Rauch oder Einbruch. Ob auch das Störsignal Ihres Lifts dazu passt, ist Einzelfall. Fragen Sie beide Seiten: Hat der Lift einen Ausgang für Störmeldungen? Und kann das Hausnotrufgerät dieses Signal annehmen?
Wichtig: Eine Nachricht aufs Handy ist kein Notruf. Sie liest vielleicht niemand. Für den Ernstfall bleibt der Hausnotruf die sichere Lösung, am besten zusammen mit einem Sturzsensor.
Das sollten Sie vorher festlegen
- Die Telefonnummer des Kundendienstes steht gut sichtbar am Lift und liegt der Hausnotruf-Zentrale vor.
- Die Zentrale weiß, dass ein Treppenlift im Haus ist.
- Helfer kommen ins Haus, zum Beispiel über einen hinterlegten Schlüssel. An einige Hausnotrufgeräte lässt sich auch ein Türöffner anschließen.
- Eine Hilfsperson weiß, wie man den Lift im Notfall von Hand nach unten bringt. Lassen Sie sich das bei der Einweisung zeigen.
- Bleiben Sie bei einem Halt angeschnallt sitzen, bis Hilfe da ist. Vermeiden Sie es, allein auszusteigen.
Treppenlift nachrüsten: Geht das auch bei älteren Liften?
Ja, in den meisten Fällen. Ein älterer Lift bekommt zwar selten ein neues Innenleben. Das meiste lässt sich aber von außen ergänzen.
Das geht bei fast jedem Lift, ohne Eingriff:
- Licht und Bewegungsmelder entlang der Treppe
- Türkontakte und vernetzte Rauchmelder
- Hausnotruf-Knopf am Handgelenk
- Messsteckdose am Ladegerät, wenn die Fachfirma einverstanden ist
Das geht nur mit dem Hersteller oder der Fachfirma:
- App, Fernwartung und automatische Störmeldung
- Notruftaste in der Armlehne
- Ein Ausgang für Störmeldungen an der Steuerung
Eine herstellerunabhängige Lösung, die in jede Liftsteuerung passt, ist uns nicht bekannt. Fragen Sie daher mit der Modellnummer beim Hersteller oder Wartungsdienst nach. Lassen Sie dabei auch den Zustand von Akku und Schiene prüfen. Finger weg von Bastellösungen an der Steuerung. Sie können die Sicherheit und Ihre Ansprüche gefährden.
Treppenlift Mehrfamilienhaus: Einbau auch bei 10 Wohnungen?
Ja, einen Treppenlift im Mehrfamilienhaus einzubauen, ist grundsätzlich möglich, auch bei 10 Wohnungen. Die Zahl der Wohnungen ist dabei nicht das Problem. Schwieriger sind zwei andere Punkte: Das Treppenhaus gehört allen, und es ist im Brandfall der Fluchtweg. Prüfen Sie daher sehr früh, ob die Breite reicht.

Breite und Brandschutz
- Laufbreite: In Häusern mit mehr als zwei Wohnungen gelten nach DIN 18065 in der Regel mindestens 100 Zentimeter als nutzbare Breite. Bei höchstens zwei Wohnungen sind es 80 Zentimeter.
- Das Maß neben dem Lift zählt: Die Regeln unterscheiden sich je nach Bundesland, und in Ratgebern finden Sie auch kleinere Werte. Das Risiko ist real: Nach einem Urteil des Verwaltungsgerichts Gelsenkirchen (5 K 2704/12) reichten 92 Zentimeter nicht, der Lift musste wieder raus. Klären Sie das Maß daher vor dem Einbau mit dem Bauamt.
- Parken: Der Lift steht eingeklappt in der Parkposition und darf den Fluchtweg nicht versperren.
- Material: Der Lift darf nicht aus brennbarem Material bestehen.
- Handlauf: Er muss für alle Bewohner gut erreichbar bleiben.
- Fremdnutzung: Ein Schlüsselschalter verhindert, dass Kinder oder Unbefugte fahren.
Treppenlift Mietwohnung: Das gilt für Mieter
Mieter können nach § 554 BGB verlangen, dass der Vermieter Umbauten für Menschen mit Behinderungen erlaubt. Das gilt nicht, wenn ihm der Umbau auch unter Würdigung Ihrer Interessen nicht zugemutet werden kann. Dabei zählen auch die Sicherheit und die Interessen der Nachbarn.
Holen Sie die Erlaubnis schriftlich ein. In der Regel zahlen Sie den Einbau selbst und später auch den Ausbau. Der Vermieter kann zudem eine zusätzliche Sicherheit verlangen.
Eigentümergemeinschaft: Das gilt für Eigentümer
Jeder Wohnungseigentümer kann nach § 20 WEG angemessene bauliche Veränderungen für Menschen mit Behinderungen verlangen. Die Gemeinschaft beschließt in der Eigentümerversammlung, wie das umgesetzt wird. Grenzen gibt es, wenn die Anlage grundlegend umgestaltet oder ein anderer Eigentümer unbillig benachteiligt würde. Die Kosten trägt nach § 21 WEG in der Regel der Eigentümer, der den Lift verlangt. Gehört das Haus einem einzigen Vermieter, entscheidet dieser allein.
So gehen Sie im Mehrfamilienhaus am besten vor
- Früh messen lassen: Die Fachfirma klärt, ob der Lift bei Ihrer Breite überhaupt in Frage kommt.
- Bauamt fragen: Regeln und Genehmigungspflicht hängen vom Bundesland ab. Das gilt besonders im Denkmalschutz.
- Mit den Nachbarn sprechen: Das erspart oft viel Ärger, gerade bei 10 Wohnungen.
- Zustimmung einholen: vom Vermieter oder durch Beschluss der Eigentümer, immer schriftlich.
- Kosten klären: Je höher die Wohnung liegt, desto teurer wird der Lift. Über mehrere Etagen kann er bis zu 40.000 Euro kosten. Prüfen Sie dann auch, ob ein Aufzug oder eine andere Wohnung die bessere Lösung ist.
- Zuschuss beantragen: Die Pflegekasse zahlt auch in der Mietwohnung. Nur wer zusammenwohnt, kann die Beträge bis auf 16.720 Euro bündeln. Ob das für Nachbarn gilt, die sich einen Lift teilen, klären Sie bitte vorher mit der Pflegekasse.
Bei Licht und Sensoren im Treppenhaus gilt ebenfalls: Sie betreffen Gemeinschaftsflächen. Fragen Sie vorher. Innerhalb der eigenen Wohnung können Sie freier planen. Rechtsfragen im Einzelfall klärt ein Mieterverein, ein Haus- und Grundbesitzerverein oder ein Anwalt.
Häufige Fragen: Treppenlift einbauen
Was kostet es, einen Treppenlift einzubauen?
Ein Sitzlift kostet mit Einbau meist 5.000 bis 10.000 Euro bei einer geraden Treppe und 10.000 bis 17.000 Euro bei einer kurvigen Treppe. Dazu kommen etwa 200 bis 300 Euro Wartung im Jahr.
Wie lange dauert der Einbau eines Treppenlifts?
Die Montage dauert bei einer geraden Treppe etwa 2 bis 4 Stunden, bei einer kurvigen etwa 5 bis 10 Stunden. Meist ist der Aufbau nach einem Tag fertig.
Wie viel zahlt die Pflegekasse für den Treppenlift?
Ab Pflegegrad 1 zahlt die Pflegekasse bis zu 4.180 Euro. Stellen Sie den Antrag vor dem Einbau und warten Sie am besten die Zusage ab.
Kann ich den Treppenlift mit dem Smart Home verbinden?
Ja. Einige Hersteller bieten vernetzte Lifte mit App, Störmeldung und Sprachsteuerung an. Bei allen anderen Liften arbeiten Licht, Bewegungsmelder und Türkontakte daneben.
Kann ein älterer Treppenlift nachgerüstet werden?
Licht, Sensoren und Hausnotruf-Knopf gehen fast immer. App, Fernwartung oder eine Notruftaste hängen vom Modell ab. Fragen Sie mit der Modellnummer beim Hersteller nach.
Was passiert bei einer Treppenlift Störung?
Bleiben Sie angeschnallt sitzen und holen Sie Hilfe, am besten mit dem Hausnotruf-Knopf. Danach kümmert sich der Kundendienst. Eine Hilfsperson kann den Lift im Notfall meist von Hand nach unten bringen.
Darf ich im Mehrfamilienhaus einen Treppenlift einbauen?
Grundsätzlich ja. Mieter brauchen die Erlaubnis des Vermieters, Eigentümer einen Beschluss der Gemeinschaft. Der Fluchtweg muss frei bleiben. Das ist oft der entscheidende Punkt.
Fazit: Treppenlift einbauen und klug ergänzen
Einen Treppenlift einbauen zu lassen, geht meist schneller als gedacht. Die Kosten sind hoch, doch der Zuschuss hilft. Einige Hersteller bieten vernetzte Lifte mit App und Sprachsteuerung an. Jeden anderen Lift ergänzen Sie mit Licht, Warnungen und Meldungen. Bei einer Störung zählt der Hausnotruf. Auch ältere Lifte lassen sich so sinnvoll aufwerten. Im Mehrfamilienhaus sollten Sie zuerst die Breite und den Fluchtweg klären. Weitere Ideen finden Sie in unserer Übersicht Smart Home.
