Hausnotruf: Kosten, Zuschuss der Pflegekasse und so funktioniert er
Was kostet ein Hausnotruf, wann zahlt die Pflegekasse und wie funktioniert die Hilfe auf Knopfdruck? Alles Wichtige einfach erklärt.
Ein Hausnotruf gibt älteren Menschen Sicherheit in den eigenen vier Wänden – und Angehörigen ein ruhigeres Gefühl. Doch welche Hausnotruf Kosten kommen auf Sie zu, und wann hilft die Pflegekasse? Die Technik ist einfacher, als viele denken. Wir erklären alles Schritt für Schritt.
Auf einen Blick
- Ein Hausnotruf besteht aus Basisstation, Notrufknopf und einer Notrufzentrale, die rund um die Uhr erreichbar ist.
- Die Hausnotruf Kosten für das Basispaket liegen meist zwischen 27 und 40 Euro im Monat.
- Mit Pflegegrad übernimmt die Pflegekasse auf Antrag bis zu 27 Euro monatlich.
- Zusatzleistungen wie Schlüsselhinterlegung oder Sturzerkennung kosten extra.
Was ist ein Hausnotruf?
Ein Hausnotruf ist ein kleines Notrufsystem für zu Hause. Sie tragen einen Notrufknopf am Handgelenk oder um den Hals. Wenn Sie stürzen, sich unwohl fühlen oder Hilfe brauchen, drücken Sie den Knopf. Sofort meldet sich eine Notrufzentrale über einen Lautsprecher in der Wohnung.
Ein Hausnotruf für Senioren ist vor allem dann sinnvoll, wenn jemand allein lebt, unsicher auf den Beinen ist oder eine chronische Erkrankung hat. Er ersetzt keine Pflege – aber er sorgt dafür, dass im Notfall niemand lange allein bleibt.
Wie funktioniert ein Hausnotruf?
Die drei Bausteine
- Basisstation: ein Gerät mit Lautsprecher und Mikrofon. Es wird an Strom und an das Telefon- oder Mobilfunknetz angeschlossen.
- Notrufknopf: als Armband oder Halskette. Er ist wasserdicht und kann auch in Dusche und Bad getragen werden.
- Notrufzentrale: Sie ist Tag und Nacht besetzt. Die Mitarbeiter sehen sofort, wer anruft, und kennen wichtige Angaben wie Vorerkrankungen oder Kontaktpersonen.
Was passiert nach dem Knopfdruck?
- Die Basisstation baut eine Sprechverbindung zur Zentrale auf.
- Die Mitarbeiter fragen, was passiert ist – auch über mehrere Meter Entfernung.
- Je nach Lage informieren sie Angehörige, Nachbarn, einen Pflegedienst oder den Rettungsdienst.
- Kann die Person nicht antworten, schickt die Zentrale vorsorglich Hilfe.
Tipp: Hinterlegen Sie beim Anbieter einen Wohnungsschlüssel oder nennen Sie eine Vertrauensperson mit Schlüssel. So kommt Hilfe schnell zur Tür herein.
Hausnotruf Kosten: Damit müssen Sie rechnen
Die Hausnotruf Kosten setzen sich aus einem monatlichen Grundpreis und möglichen Zusatzleistungen zusammen. Laut Verbraucherzentrale liegt der Basistarif meist zwischen 27 und 40 Euro im Monat. Manche Anbieter verlangen zusätzlich eine einmalige Anschlussgebühr.
Was kostet extra?
- Schlüsselhinterlegung: Der Anbieter verwahrt einen Schlüssel und kommt im Notfall selbst in die Wohnung.
- Sturzerkennung: Ein Sturzsensor löst automatisch Alarm aus, auch wenn der Knopf nicht gedrückt wird. Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber zum Sturzsensor für Senioren.
- Einsatzdienst: Mitarbeiter fahren selbst zu Ihnen, wenn keine Angehörigen erreichbar sind. Manche Anbieter berechnen Einsätze einzeln.
- Hausnotruf für unterwegs: Mobile Notrufgeräte mit GPS funktionieren auch beim Spaziergang oder Einkaufen.
Zuschuss: Wann zahlt die Pflegekasse?
Ein Hausnotruf kann ein Pflegehilfsmittel sein. Dann übernimmt die Pflegekasse auf Antrag die Kosten für das Basispaket. Seit dem 1. April 2026 sind das bis zu 27 Euro im Monat (vorher 25,50 Euro). Das gilt ab Pflegegrad 1.
Voraussetzungen sind in der Regel:
- Es liegt ein Pflegegrad vor.
- Die Person lebt allein oder ist längere Zeit am Tag allein.
- Sie könnte im Notfall wegen ihres Gesundheitszustands nicht selbst ein Telefon erreichen.
Zusatzleistungen wie Schlüsselhinterlegung zahlen Sie meist selbst. Ohne Pflegegrad tragen Sie die Hausnotruf Kosten vollständig selbst.
Hausnotruf beantragen: So geht es
- Fragen Sie bei der Pflegekasse nach dem Antrag auf ein Hausnotrufsystem.
- Wählen Sie einen Anbieter, der einen Vertrag mit Ihrer Pflegekasse hat.
- Viele Anbieter füllen den Antrag mit Ihnen gemeinsam aus.
- Nach der Zusage rechnet der Anbieter direkt mit der Kasse ab.
Gut zu wissen: Den selbst gezahlten Anteil können Sie oft als haushaltsnahe Dienstleistung steuerlich absetzen. Fragen Sie dazu Ihren Steuerberater oder das Finanzamt.
Hausnotruf ohne Festnetz: Geht das?
Ja. Früher brauchte ein Hausnotruf einen Telefonanschluss. Heute arbeiten viele Geräte mit einer eingebauten SIM-Karte über das Mobilfunknetz. Ein Hausnotruf ohne Festnetz ist daher kein Problem. Achten Sie darauf, dass der Mobilfunkempfang in der Wohnung gut ist.
Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten
- Ist die Zentrale rund um die Uhr in Deutschland besetzt?
- Hat der Anbieter einen Vertrag mit Ihrer Pflegekasse?
- Wie lang ist die Kündigungsfrist?
- Ist der Notrufknopf angenehm zu tragen und wasserdicht?
- Gibt es eine Sturzerkennung oder einen mobilen Notruf als Zusatz?
Bekannte Anbieter sind zum Beispiel Wohlfahrtsverbände wie DRK, Johanniter, Malteser und ASB, aber auch private Firmen. Vergleichen Sie die Leistungen in Ruhe – der günstigste Preis ist nicht immer das beste Angebot.
Häufige Fragen zu Hausnotruf Kosten
Was kostet ein Hausnotruf im Monat?
Das Basispaket kostet meist zwischen 27 und 40 Euro im Monat. Zusatzleistungen wie Schlüsselhinterlegung oder Sturzerkennung kommen hinzu.
Ist ein Hausnotruf mit Pflegegrad kostenlos?
Mit Pflegegrad zahlt die Pflegekasse auf Antrag bis zu 27 Euro im Monat. Kostet das Basispaket nicht mehr, ist es für Sie praktisch kostenlos.
Gibt es einen Hausnotruf ohne Pflegegrad?
Ja. Jeder kann einen Hausnotruf buchen. Ohne Pflegegrad zahlen Sie die Hausnotruf Kosten aber selbst.
Funktioniert der Hausnotruf auch draußen?
Der klassische Hausnotruf funktioniert nur in der Wohnung und kurz davor. Für unterwegs gibt es mobile Notrufgeräte und GPS-Tracker für Senioren.
Fazit: Kleine Kosten, viel Sicherheit
Ein Hausnotruf ist eine der einfachsten und wirksamsten Hilfen für ältere Menschen, die allein leben. Die Hausnotruf Kosten sind überschaubar – und mit Pflegegrad übernimmt die Pflegekasse einen großen Teil. Weitere Ratgeber finden Sie in unserer Übersicht zum Hausnotruf.
